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Build vs. Buy: Was eine digitale Nachlasslösung wirklich kostet

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In der Schweiz werden jährlich rund 95 Milliarden Franken vererbt Tendenz steigend. Für Banken ist der Erbfall damit einer der strategisch heikelsten Momente: Vermögen wird neu geregelt und droht, das Haus zu verlassen. Kein Wunder greifen viele Institute zum Naheliegenden und denken über eine eigene digitale Nachlasslösung nach. Doch die entscheidende Frage ist selten «Wollen wir so etwas anbieten?», sondern «Selbst bauen oder einkaufen?» und die wahren Kosten einer Eigenentwicklung zeigen sich nicht beim Launch, sondern in den Jahren danach.

Warum das Thema auf die Agenda gehört

Jeder zweite Vermögensfranken in der Schweiz ist geerbt. Der Median-Nachlass liegt bei rund 170’000 Franken — sehr viele davon sind Standardfälle. Gleichzeitig sind bei zahlreichen Banken über 25 Prozent der Kundschaft älter als 70 Jahre. Beim Todesfall steht dieses Vermögen zur Neuregelung an, und ohne frühen Draht zur Erbengeneration fliesst es zu anderen Instituten ab.

Eine digitale Nachlasslösung senkt die Einstiegshürde für dieses verdrängte Thema und bringt die Bank früh ins Gespräch. Die Frage ist also nicht ob, sondern wie man dorthin kommt.

Was «Build» wirklich kostet

Der Reiz der Eigenentwicklung ist verständlich: volle Kontrolle, eigenes Branding, tiefe Integration. Doch die Entwicklungskosten zum Launch sind nur die Spitze des Eisbergs. Vier Kostentreiber werden regelmässig unterschätzt:

1. Aufbau: Recht trifft Technik

Güter- und Erbrecht sind anspruchsvoll, und eine seriöse Lösung muss die gesetzliche Erbfolge, Pflichtteile und freie Quote für 26 Kantone korrekt abbilden. Spätestens die Erbrechts-Revision 2023 mit der Erblasserinnen und Erblasser über einen grösseren Teil ihres Nachlasses frei verfügen können zeigt, wie schnell sich die fachliche Grundlage verschiebt. Sie brauchen also juristische und technische Expertise gleichzeitig, über eine lange Vorlaufzeit hinweg.

2. Pflege: das unterschätzte Dauerthema

Recht steht nicht still. Jede Gesetzesänderung, jede Anpassung kantonaler Portale, jede Aktualisierung bei Fedlex, ch.ch oder der ESTV muss eingearbeitet werden sonst veraltet das Tool und wird zum Reputationsrisiko. Die Revision 2023 war kein einmaliges Ereignis, sondern ein Vorgeschmack: Wer selbst baut, bindet dauerhaft Kapazität allein für den Unterhalt der fachlichen Inhalte.

3. Business Case: die Rechnung geht eng selten auf

Eine «enge» Betrachtung rechnet sich selten. Das zeigt das Beispiel der Zürcher Kantonalbank eindrücklich: Selbst bei 1’000 verkauften Erbschaftsplaner-Mandaten pro Jahr läge der direkte Umsatz bei rund 200’000 Franken — zu wenig, um ein Digitalisierungsprojekt dieser Grössenordnung zu decken. Der Nutzen liegt eben nicht im direkten Produktumsatz, sondern strategisch: früher Draht zur Erbengeneration, weniger Vermögensabfluss, entlastete Spezialist:innen. Genau deshalb ist ein teures Eigenbau-Projekt mit direktem ROI-Anspruch der falsche Hebel.

4. Time-to-Market und Opportunitätskosten

Während eine Eigenentwicklung über zwölf bis vierundzwanzig Monate entsteht, trifft die Erbengeneration längst Entscheidungen — bei Ihnen oder anderswo. Gleichzeitig binden Standardfälle teure Fachkräfte, die für komplexe und lukrative Mandate fehlen. Jeder Monat ohne Lösung ist ein Monat verpasster Frühkontakte.
Die wahren Kosten einer Eigenentwicklung sind nicht die Entwicklung — es ist die juristische Pflege über Jahre. Die Frage ist nicht, wer das Tool baut, sondern wer diese Last dauerhaft trägt.

Was «Buy» liefert

ONLU Erben dreht die Logik um: Statt eines Millionenprojekts setzen Sie eine bewährte, quellenbasierte Lösung ein, die genau die regulatorische Grenze respektiert erste Orientierung statt verbindlicher Rechts- oder Steuerberatung.

Build vs. Buy: der direkte Vergleich

DimensionEigenentwicklungONLU Erben
Time-to-Market12–24+ MonateSofort einsatzbereit
KostenstrukturHohe Investition, schwer planbarPlanbar, ohne Millionenprojekt
Juristische PflegeIhr Team, dauerhaftWird für Sie übernommen
26 Kantone & BundesquellenSie überwachen alles selbstWerden aktuell gehalten
Revision 2023 & künftige ÄnderungenSie arbeiten jede Änderung einInklusive
Regulatorische GrenzeSelbst definieren und absichernVon Beginn an eingebaut
Spezialist:innenIn Aufbau und Standardfällen gebundenFrei für komplexe Mandate

Wann sich Eigenentwicklung trotzdem lohnen kann

Fairerweise: Es gibt Konstellationen, in denen ein Eigenbau sinnvoll ist. Etwa wenn Sie sehr spezifische Anforderungen haben, die keine Standardlösung abdeckt; wenn eine tiefe Integration in proprietäre Kernsysteme strategisch entscheidend ist; oder wenn Sie dauerhaft eigene juristische und technische Kapazität für den Unterhalt bereitstellen können und wollen. Für die meisten Institute gerade dort, wo Nachlassplanung ein Thema unter vielen ist — überwiegt jedoch die Pflegelast den Kontrollgewinn

Fazit

Build vs. Buy entscheidet sich nicht am Launch-Datum, sondern an der Frage, wer die juristische Pflege über die Jahre trägt. Eigenentwicklung bindet Budget, Recht und Pflege über Jahre eine schlüsselfertige Lösung ist sofort einsatzbereit und planbar. Für die meisten Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister ist «Buy» damit nicht der Kompromiss, sondern der schnellere und kalkulierbarere Weg, im Erbfall früh präsent zu sein und Vermögen im Haus zu halten.

Sehen Sie den vollständigen Kostenvergleich.

Auf der Referenzseite zeigen wir Build vs. Buy im Detail inklusive Funktionen, Integration und Pilotmöglichkeiten.

Diese Informationen dienen der ersten Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Notariatsberatung.
Quellen: HSLU IFZ Retail Banking Blog (Dietrich, «Erbschaftsberatung bei der Zürcher Kantonalbank»), Brülhart 2019, Morger/Stutz 2017.

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