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Gravitee vs. Kong: Welches API-Management passt zu Ihrer Bank?

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Digitale Kundenportale, Partneranbindungen und automatisierte Geschäftsprozesse brauchen zuverlässige Schnittstellen. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen: Neben klassischen API-Aufrufen müssen Unternehmen auch Ereignisse aus Kafka und anderen Messaging-Systemen kontrolliert bereitstellen.

Mit Gravitee und Kong stehen zwei Plattformen zur Auswahl, die diese Aufgaben mit unterschiedlichen Schwerpunkten angehen. Welche passt besser zu Banken und Versicherungen? Entscheidend sind die eigene Systemlandschaft, das Betriebsmodell und die Funktionen, die tatsächlich benötigt werden.

Zwei Plattformen mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Gravitee verbindet API-Verwaltung und die Bereitstellung von Event-Daten. Die Plattform umfasst Gateway, Management-Oberfläche und Developer Portal. APIs lassen sich dokumentieren und veröffentlichen; Anwendungen erhalten über Pläne und Subscriptions geregelten Zugriff. Gravitee adressiert dabei sowohl synchrone als auch asynchrone Kommunikation. Gravitee: Einführung und Architektur

Kong bietet ein erweiterbares Gateway mit Werkzeugen für automatisierten Betrieb. Plugins ergänzen beispielsweise Authentifizierung, Traffic-Steuerung und Monitoring. Mit decK, Terraform und dem Kubernetes Ingress Controller lässt sich die Konfiguration in bestehende Entwicklungs- und Deployment-Prozesse integrieren. Konnect ergänzt die zentrale Verwaltung der Gateway-Infrastruktur. Kong: Gateway und Verwaltungswerkzeuge

Unsere Einordnung: Gravitee ist besonders prüfenswert, wenn APIs und Event-Daten gemeinsam als nutzbare Angebote bereitgestellt werden sollen. Kong ist ein naheliegender Kandidat, wenn ein Plattformteam seine API-Infrastruktur konsequent automatisiert und über spezialisierte Komponenten ausbaut.

Gravitee und Kong im direkten Vergleich

KriteriumGraviteeKong
API-VerwaltungManagement-Oberfläche, Pläne, Subscriptions und PortalGateway-Verwaltung; zusätzliche Plattformfunktionen über Konnect
Developer PortalBestandteil der APIM-ArchitekturKonnect Dev Portal für Dokumentation und Self-Service
ErweiterbarkeitPolicies und PluginsPlugins und Verwaltungswerkzeuge
Event-AnbindungProtokollvermittlung zu Messaging-Systemen, abhängig von Edition und ConnectorEigenständiges Event Gateway für nativen Kafka-Verkehr
BetriebSelf-hosted, hybrid oder SaaSSelf-managed Gateway sowie Konnect mit selbst oder durch Kong betriebenen Data Planes
AuswahlfrageWie lassen sich APIs und Events gemeinsam bereitstellen?Wie passt die Plattform in unsere automatisierte Gateway-Infrastruktur?

Die Tabelle fasst die dokumentierten Produktansätze zusammen; sie ist kein Vergleich identischer Lizenzpakete. Funktionsumfang und Betriebsoptionen müssen für das konkrete Angebot geprüft werden. Gravitee Enterprise, Kong Gateway, Kong Dev Portal, Kong Event Gateway

Kafka und Echtzeit: Der konkrete Anwendungsfall entscheidet

Eine Bank möchte beispielsweise Statusänderungen eines Hypothekarantrags aus Kafka in einem Kundenportal anzeigen. Das Portal soll dafür keinen direkten Kafka-Zugang benötigen.

Gravitee unterstützt die Vermittlung zwischen Messaging-Backends und Schnittstellen wie WebSocket oder Server-Sent Events. Dadurch können Anwendungen Event-Daten über ein für sie geeignetes Protokoll konsumieren. Die entsprechenden Event-Funktionen und Connectoren sind dem Enterprise-Angebot zugeordnet. Gravitee: Event Management

Kong bietet mit dem Event Gateway ebenfalls eine Lösung für Kafka. Diese arbeitet als Kafka-Proxy zwischen Clients und Clustern und unterstützt unter anderem virtuelle Cluster, Zugriffskontrollen und Policies für Nachrichten. Kong: Event Gateway

Für die Evaluation sind deshalb zwei Anforderungen zu unterscheiden: Soll eine Webanwendung Events über HTTP-basierte Schnittstellen erhalten? Oder sollen bestehende Kafka-Clients kontrolliert auf Kafka zugreifen? Diese Unterscheidung ist aussagekräftiger als ein allgemeines Häkchen bei «Kafka-Unterstützung».

Developer Portal: Wie einfach kommen Partner an Ihre APIs?

Ein Gateway allein löst noch nicht das Onboarding neuer API-Nutzer. Entwickler müssen Schnittstellen finden, die Dokumentation verstehen und Zugriff beantragen können.

Gravitee bildet diesen Ablauf über sein Developer Portal sowie Anwendungen, Pläne und Subscriptions ab. Das Konnect Dev Portal bietet ebenfalls API-Dokumentation, die Verwaltung eigener Zugangsdaten und Self-Service-Funktionen für interne und externe Entwickler. Gravitee: Portal und Subscriptions, Kong: Dev Portal

Im Praxistest sollte deshalb der vollständige Weg betrachtet werden: von der Registrierung eines Partners über die Freigabe bis zum ersten erfolgreichen API-Aufruf. Dabei wird sichtbar, wie viel manuelle Arbeit bei Ihrem Team verbleibt.

Open Source und Enterprise: Was kostet die Lösung im Betrieb?

Beide Anbieter bieten einen Open-Source-Einstieg. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass alle beschriebenen Plattformfunktionen kostenlos verfügbar sind. Gravitee ordnet beispielsweise Audit Trail, individuelle Rollen und verschiedene Event-Funktionen der Enterprise Edition zu. Bei Kong sind Open-Source-Gateway, Enterprise-Funktionen und Konnect-Angebote auseinanderzuhalten. Gravitee: Enterprise-Funktionsumfang, Kong: Gateway-Varianten

Für einen belastbaren Kostenvergleich sollten beide Anbieter denselben Anforderungskatalog erhalten:

  • Produktions-, Test- und Entwicklungsumgebungen inklusive Hochverfügbarkeit.
  • Benötigte Sicherheitsfunktionen, Portale und Event-Anbindungen.
  • Erwartete Nutzung und Wachstum über drei Jahre.
  • Supportumfang sowie Verantwortung für Updates und Störungsbehebung.
  • Interner Aufwand für Betrieb, Integrationen und eigene Erweiterungen.

Die relevante Zahl sind die Gesamtkosten über mehrere Jahre. Eine niedrigere Lizenzgebühr kann durch zusätzlichen Betriebsaufwand aufgezehrt werden. Umgekehrt lohnt sich ein umfangreiches Enterprise-Paket nur, wenn seine Funktionen tatsächlich gebraucht werden.

Was sollten Schweizer Banken besonders prüfen?

Für die Architekturentscheidung empfehlen wir, Datenverkehr und Verwaltungsdaten getrennt zu betrachten: Wo werden API-Anfragen verarbeitet? Wo liegen Konfigurationen, Zugriffsprotokolle und Analysedaten? Welche externen Verbindungen benötigt der Betrieb?

Ebenso wichtig sind die Anbindung an das bestehende Identity Management, nachvollziehbare Konfigurationsänderungen und das Verhalten bei Ausfällen. Diese Punkte gehören in einen konkreten Testaufbau – zusammen mit den Personen, die die Plattform später betreiben.

Ein sinnvoller Proof of Concept umfasst eine abgesicherte REST-API, das Onboarding eines API-Nutzers und einen relevanten Event-Anwendungsfall. Ergänzend sollten ein Deployment mit Rollback und der Ausfall einer Gateway-Instanz getestet werden. So entsteht eine Entscheidungsgrundlage, die über Herstellerpräsentationen hinausgeht.

Unsere Einschätzung

Gravitee gehört auf die engere Auswahlliste, wenn Ihre Integrationsstrategie klassische APIs und Event-Daten eng zusammenführt und deren Bereitstellung über gemeinsame Verwaltungsprozesse vereinfachen soll.

Kong gehört auf die engere Auswahlliste, wenn Ihr Plattformteam ein erweiterbares Gateway sucht und Konfiguration, Deployment und Betrieb stark automatisieren möchte.

Das sind Auswahlkriterien, keine exklusiven Fähigkeiten. Welche Plattform besser passt, zeigt sich an Ihren Anwendungsfällen und dem Aufwand, diese im gewünschten Betriebsmodell umzusetzen.

API-Management evaluieren mit ONLU

Sie möchten Gravitee und Kong für Ihre Systemlandschaft vergleichen? ONLU unterstützt Sie bei der Anforderungsanalyse, der Architektur und einem praxisnahen Proof of Concept. Gemeinsam prüfen wir, welche Plattform zu Ihren Schnittstellen, Betriebsprozessen und Ausbauplänen passt.

Sprechen Sie mit uns über Ihre API-Strategie.

Stand der Produktrecherche: September 2026. Funktionen und Verfügbarkeit hängen von Version, Edition und Vertrag ab.


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