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Marktadoption von Ansible, Terraform & Co.

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Die Automatisierung von IT-Infrastruktur ist heute ein zentraler Bestandteil moderner DevOps-Strategien. Tools wie Ansible und Terraform haben sich als De-facto-Standards für Konfigurationsmanagement und Infrastructure as Code (IaC) etabliert. Doch wie stark sind diese Werkzeuge tatsächlich im Markt verbreitet? Und wie schneiden Alternativen wie Puppet, Chef oder Pulumi ab? In diesem Artikel geben wir einen realistischen Überblick über die Marktadoption inklusive Einordnung der Zahlen und vergleichen die technischen Ansätze der Lösungen.

Relative Marktanteile gängiger Tools

Basierend auf mehreren Marktanalysen und DevOps-Umfragen ergibt sich folgendes ungefähres Bild für die Kategorie Configuration Management & Infrastructure as Code:

ToolGeschätzter relativer Marktanteil (ca.)
Terraform35–36 %
Ansible31–32 %
Puppet12–13 %
Chef6–7 %
Andere (Salt, Pulumi, CloudFormation, etc.)~15 %

👉 Wichtig: Diese Werte zeigen die Verteilung innerhalb der Tool-Kategorie, nicht die globale Unternehmensabdeckung. Es bedeutet z. B. nicht, dass 35 % aller Firmen Terraform nutzen – sondern dass von den Unternehmen, die irgendein solches Tool einsetzen, rund ein Drittel Terraform einsetzen.

Einordnung nach Tool-Typ

Ansible: Einfachheit und Vielseitigkeit

Ansible ist besonders beliebt, weil es:

  • agentlos arbeitet (kein dauerhafter Agent auf Zielsystemen nötig)
  • relativ leicht erlernbar ist (Playbooks in YAML statt einer eigenen DSL)
  • sowohl für Konfigurationsmanagement als auch für allgemeine Automatisierungsaufgaben eingesetzt werden kann

Diese Eigenschaften erklären die starke Adoption, vor allem in kleineren bis mittelgroßen Teams, die schnell Ergebnisse ohne großen Setup-Aufwand sehen möchten. Ansible eignet sich zum Beispiel hervorragend, um Konfigurationen auf Servern anzupassen, Deployments durchzuführen oder einfache Provisionierungsaufgaben zu skripten und das ohne komplizierte Infrastruktur.

Terraform: Standard für Infrastructure as Code

Terraform dominiert den IaC-Bereich durch:

  • Cloud-Unabhängigkeit (ein Tool für AWS, Azure, GCP und mehr)
  • einen deklarativen Ansatz (gewünschter Endzustand wird beschrieben und das Tool übernimmt das Herstellen dieses Zustands)
  • ein großes Provider-Ökosystem (viele vorgefertigte Module für unterschiedliche Plattformen)

In vielen Organisationen ist Terraform heute der Standard für das Provisionieren von Cloud-Infrastruktur. Ganze Stacks an Ressourcen – von Netzwerken über VMs bis zu Datenbanken lassen sich damit als Code definieren. Häufig wird Terraform mit Ansible ergänzt: Terraform baut die Infrastruktur (z. B. Cloud-Instanzen), Ansible übernimmt anschließend die Konfiguration innerhalb dieser Instanzen.

Puppet & Chef: Rückgang, aber nicht verschwunden

Puppet und Chef waren frühe Marktführer im Konfigurationsmanagement, verlieren jedoch seit Jahren an Bedeutung. Gründe dafür sind unter anderem:

  • höhere Komplexität in Einrichtung und Nutzung
  • eine agent-basierte Architektur (erfordert Installation von Agents auf allen Nodes sowie zentrale Server)
  • starke Konkurrenz durch einfachere Tools wie Ansible, die einen schnelleren Einstieg ermöglichen

In großen Enterprise-Umgebungen sind Puppet und Chef dennoch weiterhin anzutreffen – oft aus historisch gewachsenen Strukturen. Dort erfüllen sie nach wie vor wichtige Funktionen, auch wenn neue Projekte tendenziell eher auf Terraform/Ansible setzen.

Technischer Vergleich der Lösungen

Neben der Verbreitung lohnt sich ein Blick auf die technischen Unterschiede der einzelnen Tools. Jedes verfolgt einen eigenen Ansatz, was Architektur und Anwendungszweck betrifft:

  • Architektur (Agent vs. agentenlos): Ansible kommt ohne Agents aus – es verbindet sich z. B. per SSH direkt mit den Zielsystemen (Push-Modell). Terraform benötigt ebenfalls keine Agents auf den Zielressourcen; es orchestriert Infrastruktur via API-Aufrufe an Cloud-Plattformen. Puppet und Chef hingegen arbeiten im Pull-Modell mit installierten Agents auf den verwalteten Knoten, die sich regelmäßig bei einem zentralen Server melden. Salt bildet eine Mischform: Es nutzt einen Master-Minion-Ansatz mit leichtgewichtigen Agents (Minions) und schneller Kommunikation über z. B. ZeroMQ.
  • Ansatz (Deklarativ vs. Prozedural): Terraform und Puppet sind primär deklarativ – man beschreibt den gewünschten Endzustand (Infrastruktur bzw. Systemkonfiguration), und das Tool kümmert sich um die Umsetzung und die fortlaufende Einhaltung dieses Zustands. Ansible und Chef verfolgen eher einen prozeduralen Ansatz: Es werden sequentielle Schritte/Rezepte definiert, die ausgeführt werden, um das System in den gewünschten Zustand zu bringen. (Wichtig: Auch diese Schritte sind meist idempotent, d. h. sie können wiederholt ausgeführt werden, ohne unerwartete Nebeneffekte.)
  • Sprache und Konfigurationsformat: Ansible nutzt YAML-basierte Playbooks – gut lesbar und ohne Programmierkenntnisse verständlich. Terraform verwendet die eigene HashiCorp Configuration Language (HCL), die JSON-ähnlich und deklarativ ist. Puppet nutzt eine deklarative Domain Specific Language (DSL), während Chef auf Ruby DSL (sogenannte Cookbooks und Recipes) setzt. Andere Tools wie Salt oder Pulumi bringen wieder eigene Ansätze: Salt verwendet z. B. YAML kombiniert mit Jinja2-Templates, Pulumi hingegen erlaubt es, gängige Programmiersprachen (Python, TypeScript, etc.) für IaC zu verwenden. Die Wahl des Formats beeinflusst maßgeblich die Lernkurve – Ansible punktet hier mit Einfachheit, während Puppet/Chef mehr Software-Engineering-Know-how erfordern.
  • Einsatzgebiet: Terraform ist auf Provisionierung von Infrastruktur spezialisiert – ideal, um Cloud-Ressourcen aufzusetzen oder ganze Umgebungen per Code bereitzustellen. Ansible, Puppet und Chef sind klassische Konfigurationsmanagement-Tools – sie kommen zum Einsatz, nachdem die Server bereits existieren, um darauf Pakete, Dienste und Konfigurationen zu verwalten. Ansible deckt darüber hinaus auch Orchestrierung und Ad-hoc-Skripting ab (z. B. parallel auf x Servern Befehle ausführen). Die Grenzen verwischen allerdings: So kann Ansible z. B. auch VM-Instanzen in der Cloud erzeugen, und Terraform bietet mit Provisioners rudimentäre Möglichkeiten, Konfigurationsskripte auf neu erstellten Maschinen auszuführen. Dennoch gilt: Terraform = Infrastruktur bereitstellen; Ansible/Puppet/Chef = Systeme konfigurieren.

Fazit des technischen Vergleichs: Jedes Tool hat Stärken in bestimmten Bereichen – und viele Organisationen setzen komplementär mehrere Werkzeuge ein. Beispielsweise ist es üblich, mit Terraform die Infrastruktur bereitzustellen und anschließend mit Ansible die Feinkonfiguration durchzuführen. Puppet und Chef finden sich vor allem dort, wo eine kontinuierliche Durchsetzung von Konfigurationen in großen Umgebungen nötig ist. Welches Tool technisch „das beste“ ist, hängt stark vom Einsatzzweck, den bestehenden Umgebungen und den Skills im Team ab.

DevOps-Kontext: Warum die Zahlen steigen

Unabhängig vom einzelnen Tool ist klar:

  • Über 75 % der Organisationen nutzen heute DevOps-Praktiken in irgendeiner Form. DevOps ist Mainstream geworden.
  • Der IaC-Markt wächst jährlich zweistellig, da immer mehr Firmen Infrastruktur automatisieren und als Code abbilden.

Damit steigt auch die Nutzung von neuen oder spezialisierten Werkzeugen:

  • Terraform-Alternativen (z. B. OpenTofu als Open-Source-Fork, oder proprietäre Angebote wie AWS CloudFormation) gewinnen Anwender.
  • Kubernetes-zentrierte Lösungen wie Crossplane werden in Cloud-native Umgebungen eingesetzt, um Infrastruktur über Kubernetes-APIs zu verwalten.
  • Programmgesteuerte IaC-Tools wie Pulumi (Infrastructure as Code mit gängigen Programmiersprachen) zeigen, dass auch neue Ansätze neben den etablierten DSL-Tools Anklang finden.

Die allgemeine DevOps-Begeisterung treibt also die gesamte Kategorie voran – sowohl die Platzhirsche Terraform/Ansible als auch Nischenlösungen profitieren von diesem Aufwind.

Fazit

  • Terraform und Ansible sind die aktuell marktführenden Tools in ihren jeweiligen Kategorien (Provisionierung vs. Konfigurationsmanagement).
  • Terraform hat den höchsten relativen Marktanteil unter den Infrastruktur-Automatisierungstools – dicht gefolgt von Ansible.
  • Puppet und Chef spielen nur noch eine kleinere Rolle, sind aber im Enterprise-Umfeld noch relevant und im Einsatz.
  • Exakte globale Nutzungszahlen existieren kaum – Marktanteile müssen immer im richtigen Kontext betrachtet werden (z. B. Umfragebasis, Region, Branche).
  • IaC und Automatisierung bleiben Wachstumstreiber: Die Verbreitung dieser Tools wird mit zunehmender Cloud- und DevOps-Adoption weiter steigen.

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